Die perfekte Weinprobe

Es gibt verschiedene Formen von Verkostungen, Weinproben oder Degustationen. Und es gibt auch den Unterschied zwischen zwanglosem Genuss und analysierendem Verkosten. Ein Weinliebhaber kann schon aufgrund puren Interesses nie „nur“ ein Geniesser sein, denn er wird die bei einer Weinprobe gewonnenen Eindrücke sofort mit den ihm bereits vorliegenden Informationen vergleichen und Rückschlüsse daraus ziehen wollen. Lassen Sie uns die nicht professionelle Form der Weinprobe deshalb intelligenten Genuss nennen.

Professionelle oder offizielle Weinproben

Sind meist themenbezogene Verkostungen oder Seminare, organisiert durch Akademien, Weinhändler, Weinclubs oder -vereine.

Intelligenter Weingenuss

Kann überall stattfinden, wo der Weinliebhaber mit Wein in Kontakt kommt: Weinmessen, mit Freunden beim Essen, zu Hause, im Restaurant usw.

Offene Weinprobe

Bei offenen Proben sind die Weine im Detail bekannt, der Verkoster weiss ganz genau, welchen Wein er gerade vor sich hat.

Halbblinde Weinprobe

Auch halb verdeckte Probe genannt. Hierbei weiss man zwar, welche Weine probiert werden, jedoch nicht, in welchem Glas sie sich befinden. Man kann sich auf diese Proben sehr gut vorbereiten und zuvor Informationen über die Weine studieren.

Blinde Weinprobe

Bei Blindproben oder verdeckten Weinproben sind die Flaschen verhüllt. Je nach Zweck der Weinprobe können einige Daten genereller Art bekannt sein, z. B. Anbaugebiet oder Rebsorte. Grundsätzlich weiss man aber weder, was man im Glas hat, noch welcher Wein es sein könnte.

Vertikale Weinprobe

Hier werden Weine des gleichen Erzeugers aus verschiedenen Jahrgängen verglichen. Die Eigenschaften der einzelnen Jahrgänge sind im Wein erkennbar, und man kann bei einer solchen Verkostung gut studieren, wie sich das Klima auf den Wein ausgewirkt hat. So kann man die ausgeprägten Eigenschaften bestimmter Jahrgänge identifizieren, die man bei späteren Proben unter Umständen wiedererkennen kann.

Horizontale Weinprobe

In einer horizontalen Verkostung werden Weine des gleichen Jahrgangs aus verschiedenen Regionen verglichen. Interessant ist bei dieser Art von Weinprobe, wie sich Rebsorten, Klimaverhältnisse, Terroirs und der individuelle Stil verschiedener Winzer in den Weinen widerspiegeln.

Piraten

Unter Piraten versteht man Weine, die nicht ganz zu den für eine Verkostung ausgewählten anderen Sorten passen, aber mit ihnen vergleichbar sind. Sie werden sozusagen in die Weinprobe geschmuggelt, wobei die Probe mindestens halbblind sein muss. Ein Pirat sorgt immer für Überraschungen.

Wein und Essen

Das Interesse an Weinproben, die von einem Menü begleitet werden, ist gross. Berufstätige haben somit Gelegenheit, abends ohne Hunger an Verkostungen teilzunehmen. Dabei geht es darum, verschiedene Weine entweder einfach nur zu Hause mit Freunden zu probieren oder sie in einem etwas professionelleren Rahmen in einem Restaurant zu verkosten. Dort versucht die Küche, zusammen mit dem Sommelier oder in Zusammenarbeit mit einer Weinhandlung spannende Treffen zwischen Wein und Essen zu arrangieren.

Themen für Weinproben

Themen für Weinproben gehen eigentlich nie aus. Immer wieder tauchen neue Weine, neue Macharten oder spannende Spezialitäten auf, die es zu verkosten gilt. Dennoch gibt es einige Basisthemen, die Spass machen, manchmal auch für Überraschungen sorgen, vor allem aber den Einstieg in die Welt des Weins erleichtern. Testen Sie für den Anfang mit nicht mehr als zwei oder drei verschiedene Weine und steigern Sie sich bis zu Ihrer persönlichen Höchstform.

Für Einsteiger

Flaschengrössen

Es ist eindrücklich, wie stark das Flaschenvolumen die Entwicklung des Weins beeinflusst. Versuchen Sie denselben Wein aus drei verschieden grossen Flaschen: eine halbe, eine ganze und eine Magnumflasche. Weine reifen in grossen Flaschen wesentlich langsamer als in kleinen.

Gläser

Für die Auswahl ist eine Einstiegsverkostung sinnvoll, nach der die Qualität der Gläser ein für alle Mal festgelegt werden sollte. Dazu braucht man lediglich einen Wein und verschiedene Gläser, von Vorteil ist ein gutes dabei. Sie können die Serie mit Plastik-, Zinnbechern oder Porzellantassen erweitern.

Temperaturen

Dazu braucht man einen Rotwein und einen Weisswein, die umgefüllt und auf drei verschiedene Temperaturen gebracht werden: 4 – 6 °C, 10 – 12 °C und Zimmertemperatur. Duft, Geschmack und Textur der Weine sind verschieden.

Für Fortgeschrittene

Rebsorten

Wie beeinflusst die Rebsorte das Weinaroma? Auf den folgenden Seiten finden Sie viele Informationen dazu, welche Aromen in welchen sortenreinen Weinen ausgeprägt vorkommen. Wenn man erst einmal die Typizität der einzelnen Sorten kennengelernt hat und oft auch in den Weinen wiedererkennt, wird man unweigerlich versuchen, sich den Verschnittweinen, den Aromasträussen zu nähern. Ebenso interessant sind sortenreine Weine aus verschiedenen Ländern, mit verschiedener Frucht oder Säure.

Eichenfass und Ausbau

Diese Verkostung lässt viel Spielraum. Wurde der Wein in Edelstahltanks ausgebaut, schmeckt er anders, als wenn er in Barriques gereift ist. Ersteres ergibt eher fruchtbetonte, frische Weine. Holz verleiht den Weinen Haltbarkeit und bestimmte typische Aromen von Vanille oder Toast. Die amerikanische Eiche lässt die Weine zusätzlich etwas karamellisiert duften. Sie können verschiedene Weine, die im Barrique ausgebaut wurden, miteinander vergleichen. Diese Probe kann nun mit einer horizontalen und vertikalen kombiniert werden, Weine aus verschiedenen Rebsorten oder verschiedener Herkunft betreffen. Eindrücklich lässt sich der Eichenfassausbau am Rioja demonstrieren. Man nehme dafür einen Rioja joven (ohne Eichenfassausbau), einen Rioja Crianza (ein Jahr Eichenfassausbau) und einen Rioja Gran Reserva (mindestens fünf Jahre ausgebaut, davon zwei Jahre im Eichenfass).

Herkunft

Dabei werden sortenreine Weine aus verschiedenen Regionen, Ländern oder Kontinenten verglichen. Beispielsweise ein Shiraz aus Australien, aus Frankreich und aus der Schweiz.

Klima und Mikroklima

Für diese Verkostung wählen Sie höchstens drei Weine aus der gleichen Rebsorte. Beispielsweise einen Sauvignon Blanc, der fast überall angebaut wird. Stammt er aus kühleren Regionen, wird er eine filigrane Frucht, Zitrusdüfte und mineralische Noten aufweisen. Wurde er in einer wärmeren Gegend ausgebaut, wird er sich zusätzlich in Richtung exotische Früchte mit mehr Aromatik bewegen. Kommt er nun aus einer sehr warmen Region, wird seine Säure etwas rückläufig sein und er eine exotische Note überwiegend mit Düften von Mango und Litschi besitzen. Interessant ist für eine solche Serie auch der Pinot Noir oder ein Merlot.

Alte Weine

Eine Verkostung mit alten Weinen ist immer ein ganz besonders wertvolles Erlebnis. Wenn alte Weine etwas zu erzählen haben, erzählen sie bestenfalls so viele Geschichten, wie es alte weise Leute tun. Man könnte Stunden lang darin schwelgen. Die Komplexität ist in gut erhaltenen Exemplaren unglaublich hoch. Und manches Mal staunt man über die jugendliche Anmut, die sie besitzen, man hätte sie in einer Blindverkostung viel jünger geschätzt. Bei den etwas morbide Leichendegustationen benannten Verkostungen werden Weine probiert, die ihren Höhepunkt mit grösster Wahrscheinlichkeit überschritten haben.

Weinbereitung

Probieren Sie dabei verschiedene sortenreine Weine unterschiedlicher Machart, z. B. zuerst einen Gamay aus dem Beaujolais, der durch Kohlensäuregärung entsteht und nach frisch zerdrückten Beeren und Banane duftet; ihm gegenüber stellen Sie einen durch Kaltgärung erzeugten Pinot Noir und einen traditionell mit Maischekontakt vergorenen Cabernet Sauvignon. Oder wählen Sie eine Rebsorte, die unterschiedlich vinifiziert wurde.

 

 

 

 

 

 

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